Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Erdgas-Umstellung

1.   Warum wird umgestellt?

Die Förderung des von Ihnen genutzten L-Gases geht kontinuierlich zurück und wird etwa 2030 enden. Um die Gasrückgänge auszugleichen und die Versorgungssicherheit jederzeit zu gewährleisten, müssen alle L-Gas-Gebiete Schritt für Schritt auf H-Gas umgestellt werden.

2.   Was sind L- und H-Gas?

In Deutschland gibt es zwei verschiedene „Arten“ von Erdgas: L- und H-Gas. Weite Teile Nord- und Westdeutschlands, so auch Lilienthal, werden mit L-Gas (low caloric gas) aus den Niederlanden und deutscher Eigenförderung versorgt. Das übrige Bundesgebiet erhält H-Gas (high caloric gas), vorwiegend aus Norwegen und Russland.

Die Gas-Arten unterscheiden sich in Methangehalt und Brennwert (H-Gas ca. 11,5 kWh/m³, L-Gas ca. 9,8 kWh/m³), also im Energiegehalt.

3.   Wer ist von der Gasumstellung betroffen?

Alle Haushalte und Unternehmen mit Erdgasanschluss in Lilienthal, Ritterhude und Osterholz-Scharmbeck (ca. 19.000 Gasanlagen, davon etwa 6.000 in Lilienthal).

In Deutschland nutzen das L-Gas schätzungsweise 4,5 bis 5 Millionen Kunden (Haushalte, Industriebetriebe usw.), die insgesamt über 6 Millionen Gasgeräte (Heizungsanlagen, Herde, Warmwasser-Erzeugungsanlagen usw.) verfügen. Diese Geräte werden in den nächsten Jahren alle angepasst.

4.   Wer ist zuständig für die Gas-Umstellung?

In Lilienthal, Ritterhude und Osterholz-Scharmbeck liegt die Verantwortung für die Umstellung vollständig und für alle Erdgas-Nutzer bei den Osterholzer Stadtwerken als Gas-Netzbetreiber.

Deshalb haben wir alle Schritte im Vorfeld gründlich geplant und vorbereitet, damit die Erdgas-Umstellung absolut sicher und für Sie als Kunde so weit wie möglich reibungslos und unkompliziert erfolgt. Für die Durchführung haben wir erfahrene, zertifizierte und speziell geschulte Fachfirmen engagiert. Die örtlichen Installateure und Schornsteinfeger sind über die Erdgas-Umstellung informiert.

5.   Welche Schritte gehören zur Umstellung?

1. Ein Info-Brief zur Erdgas-Umstellung

2. Eine schriftliche Termin-Ankündigung „Erhebung“

3. Erhebung der Gasgeräte bei allen Kunden

4. Qualitätssicherung der Erhebung bei 10% der Kunden

5. Schriftliche Ankündigung „Anpassung“

6. Anpassung der Gasgeräte bei allen Kunden

7. Technische Gasumstellung (Einleitung von H-Gas)

8. Qualitätssicherung der Anpassung bei 10% der Kunden

6.   Woran erkenne ich die Mitarbeiter?

Die Fahrzeuge sind mit Magnetschildern der Osterholzer Stadtwerke gekennzeichnet. Die Mitarbeiter tragen weiße Westen mit Stadtwerke-Logo (bekannt von unseren Ablesern) und weisen sich durch Lichtbild-Ausweise der Osterholzer Stadtwerke aus.

Den Ausweis zeigt der Mitarbeiter Ihnen unaufgefordert vor. Außerdem erhalten Sie vorab ein persönliches Ankündigungsschreiben mit einem individuellen Sicherheitscode, der Ihnen von dem Mitarbeiter ebenfalls an der Haustür genannt wird.

Bei Zweifeln wenden Sie sich bitte umgehend an unser Erdgas-Büro. Hierbei handelt es sich um Mitarbeiter unseres Dienstleisters, die während der Erhebung und Anpassung in Lilienthal in unserem örtlichen Kundenzentrum (Hauptstraße 43, Tel. 04298 / 690 020) erreichbar sind.

Sollte eine Person versuchen, sich zum Haus / zur Wohnung Zugang zu verschaffen, ohne die o.a. Kriterien zu erfüllen, sollte der Zutritt verweigert und sofort die eingerichtete Service-Nummer und / oder die Polizei informiert werden.

7.   Wie viele Besuche sind notwendig?

In der Regel sind zwei Besuche erforderlich. Der erste Termin zur Erhebung erfolgt etwa ein Jahr vor der Anpassung, in deren Rahmen alle im Haushalt betriebenen Gasgeräte registriert werden. Im zweiten Termin erfolgt dann die Anpassung, bei der die Gasgeräte auf die zukünftige Gasart umgerüstet werden. Bei 10% aller Erhebungen und Anpassungen erfolgt ein dritter Besuch zur Qualitätskontrolle.

8.   Welche Kosten entstehen für mich?

Soweit das Gasgerät anpassungsfähig ist, entstehen für den Kunden keine unmittelbaren Kosten. Der Netzbetreiber, also die Osterholzer Stadtwerke, sind zur Organisation und zur Kostenübernahme der Umstellung verpflichtet.

Nachfolgend werden die Kosten über die Netzentgelte auf alle Gaskunden in Deutschland umgelegt. Die Netzentgelte sind ein Bestandteil des von allen Gasnutzern /-kunden zu zahlenden Gaspreises.

9.   Steigen meine Verbrauchskosten durch das neue H-Gas?

Nein. Der Verbrauch wird je Kilowattstunde (kWh) thermisch abgerechnet und dieser Preis ändert sich nicht. Da das neue Gas einen höheren Brennwert (ca. 11 bis 12 statt ca. 10 kWh/m³) aufweist, wird ein geringeres Volumen (in m³ auf dem Gaszähler) benötigt.

10.   Was wird bei der Erhebung gemacht?

Die Erhebung der Gasgeräte erfolgt rund ein Jahr vor der Gasumstellung per Hausbesuch. Sie werden rechtzeitig von uns schriftlich benachrichtigt und Sie haben dann die Möglichkeit, einen anderen passenderen Termin zu vereinbaren.

Der Hausanschluss sowie jedes Gasgerät werden geprüft und wir erfassen alle relevanten Daten, um die spätere Anpassung optimal planen und vorbereiten zu können.

11.   Warum muss jedes Gasgerät angepasst werden?

Ein sicherer, zuverlässiger und effizienter Betrieb ist bei der großen Mehrzahl der Gasgeräte nur gewährleistet, wenn sie auf die richtige Gas-Art eingestellt sind. Ansonsten kann es von einer Beschädigung des Gasgerätes bis hin zu einer Gefährdung des Betriebsortes oder des Betreibers kommen.

12.   Was wird bei der Anpassung gemacht?

Etwa ein Jahr nach dem ersten Hausbesuch melden wir uns nochmals schriftlich bei Ihnen für einen zweiten Termin an. Auch hier haben Sie die Möglichkeit, vorab einen anderen passenderen Termin zu vereinbaren.

Jetzt werden die Gasgeräte angepasst. Der Monteur wird dafür die erforderlichen Bauteile (in den meisten Fällen sind es Düsen) mitbringen und austauschen. Danach erfolgt die Einstellung des Gasgerätes. Der Aufwand ist abhängig vom Gasgerätetyp und dauert normalerweise weniger als eine Stunde. Die Anpassung ist für Sie kostenlos.

13.   Was ändert sich an meinen Anlagen?

Aus der unterschiedlichen Beschaffenheit der Gas-Sorte ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an die Gasgeräte. Diese müssen auf die neue Erdgasqualität eingestellt werden, z. B. durch den Einbau einer kleineren Düse in die Heizungsanlage.

14.   Ist die Anpassung eine Pflicht?

Ja. Das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) bildet die rechtliche Grundlage für die Umstellung der Gasqualität. Der Netzbetreiber erhält die ausdrückliche Berechtigung, das Grundstück und die Räume des Anschlussnehmers bzw. –nutzers zu betreten und die erforderlichen Umstellungshandlungen vorzunehmen.

Wenn die Umstellung durch ein Verschulden des Kunden nicht vorgenommen werden kann, dann hat der Netzbetreiber das Recht, den kompletten Gasanschluss auf Kosten des Kunden zu sperren. Denn aus einem Weiterbetrieb mit falschen Einstellungen können Gefahren von einer Beschädigung oder Zerstörung des Gasgerätes bis hin zu einer Gefährdung des Betriebsortes oder des Betreibers entstehen.

15.   Kann jedes Gasgerät angepasst werden?

In den allermeisten Fällen ist eine Anpassung der Gasgeräte durchführbar. Die Beurteilung nimmt die beauftragte Fachfirma auf der Basis der technischen Regeln vor. In den seltenen Ausnahmefällen informieren wir Sie und stimmen mit Ihnen das weitere Vorgehen ab.

16.   Wer trägt die Kosten für Gasgeräte, die technisch nicht angepasst werden können?

Grundsätzlich ist der Eigentümer eines Gasgerätes für die Betriebssicherheit verantwortlich. Soweit ein Gasgerät nicht angepasst werden kann, ist die Betriebssicherheit nicht mehr gewährleistet. Den entsprechenden Ersatz muss der Eigentümer selbst vornehmen. Paragraph 19 a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) regelt dazu Förderungen. Gerne helfen wir den betroffenen Kunden, eine praktikable Lösung zu finden. Dazu bieten sich auch unser „Wärmepaket“ für eine neue Heizung und unser Förderprogramm für einen neuen Erdgasherd an.

17.   Erfolgt eine Qualitätskontrolle?

Ja, bei etwa 10% der Anlagen werden stichprobenartige Qualitätskontrollen von einem beauftragten Dienstleister durchgeführt und ebenfalls vorher schriftlich angekündigt.

18.   Was ist zu tun, wenn ein Gasgerät nach einem Besuch ausfällt bzw. nicht ordnungsgemäß läuft?

Das Erdgas-Büro informieren. Dies kümmert sich schnellstens um Hilfe.

19.   Gibt es eventuell Qualitätseinbußen durch die Umstellung?

Nach der Anpassung des Gasgerätes und der Umstellung des Erdgasnetzes auf H-Gas-Qualität ergeben sich für Sie keine Einschränkungen und Veränderungen bei dem Betrieb der Anlagen. Dies hatte sich bereits bei vergangenen Erdgasanpassungen bspw. in anderen Versorgungsgebieten, wie Gütersloh oder Hameln oder in den neuen Bundesländern im Zuge der Gasumstellung gezeigt.

20.   Beteiligte Firmen

Energie Mess- und Servicedienste GmbH (Enermess), Magdeburg: Erhebung und Anpassung

LPR GmbH, Neuss: Qualitätskontrolle